Ärzte & Gesundheit  

   

Organspende in Österreich – Gesetzliche Bestimmungen

§ 62a. Entnahme von Organen oder Organteilen Verstorbener zum Zweck der Transplantation. (1) Es ist (in Österreich) zulässig, Verstorbenen einzelne Organe oder Organteile zu entnehmen, um durch deren Transplantation das Leben eines anderen Menschen zu retten oder dessen Gesundheit wiederherzustellen. Die Entnahme ist unzulässig, wenn den Ärzten eine Erklärung vorliegt, mit der der Verstorbene, oder, vor dessen Tod, sein gesetzlicher Vertreter, eine Organspende ausdrücklich abgelehnt hat. Die Entnahme darf nicht zu einer die Pietät verletzenden Verunstaltung der Leiche führen.

(2) Die Entnahme darf erst dann durchgeführt werden, wenn ein zur selbständigen Berufsausübung berechtigter Arzt den eingetretenen Tod festgestellt hat. Dieser Arzt darf weder die Entnahme noch die Transplantation durchführen. Er darf an diesen Eingriffen auch sonst nicht beteiligt oder durch sie betroffen sein.

(3) Die Entnahme darf nur in Krankenanstalten vorgenommen werden, die die Voraussetzungen des § 16 Abs. 1 lit. a und c bis g erfüllen.

(4) Organe oder Organteile Verstorbener dürfen nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein, die auf Gewinn gerichtet sind.

§ 62b. Angaben über die Person von Spendern bzw. Empfängern sind vom Auskunftsrecht gemäß § 11 Datenschutzgesetz, BGBl.Nr. 565/1978, ausgenommen.

In Österreich gilt die Widerspruchsregelung. Die gesetzliche Grundlage dafür bietet das Krankenanstaltengesetz. Seit 1995 führt das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) das "Widerspruchsregister gegen Organspende"

Das österreichische Transplantationsrecht gilt auch für Ausländer, unabhängig von ihrem Herkunftsort. Deswegen sieht das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen als zentrale Widerspruchsstelle auch die Aufnahme von Ausländern in die (Nicht-)Spenderdateien vor.

In Österreich wird an 5 Zentren transplantiert, wobei die zwei Linzer Spitäler, Elisabethinen Linz und AKH Linz, ausschließlich Nieren-Transplantationen durchführen, während die Univ. Klinik Wien (AKH), Univ. Klinik Innsbruck und Univ. Klinik Graz auch Leber und Herz, sowie (Wien, Innsbruck) Lunge und Pankreas transplantieren.

Derzeit sind etwa 1100 Patienten in Österreich zur Transplantation angemeldet. Leider erleben nicht alle dieser schwerkranken Patienten die rettende Transplantation, sondern versterben während der Wartezeit auf ein Organ, da die Zahl der verfügbaren Spenderorgane sehr limitiert ist.

Pro Jahr werden rund 700 Organtransplantationen in Österreich durchgeführt.

Die Zahl der Nieren-Lebendspenden ist seit einigen Jahren relativ konstant (ca. 60). Allerdings liegt Österreich mit einem Lebendspende-Anteil von etwa 15 % der Nierentransplantationen deutlich hinter den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Australien und den USA zurück.

Besonders erfolgreich ist das Lungentransplantations-Programm in der Univ. Klinik Wien. Mit einer sehr innovativen “minimalinvasiven” Operationstechnik konnten die Überlebensraten deutlich gesteigert werden. Die Zahl der Lungentransplantationen ist dadurch im Wiener Zentrum im internationalen Vergleich sehr hoch (etwa 100 Transplantationen/Jahr).

Aktuelle Statistiken zu den Transplantationsaktivitäten in Österreich finden Sie auf der Website vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG-Transplant) (ÖRD – Gesundheit und Ärzte. Bild Europlant)

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